22
Mai

Höchste Zeit für Entscheidungen

 

„Bügermeisterkandidat im Dialog“ in Aegidienberg: Unabhängiger Bürgermeisterkandidat Otto Neuhoff fordert entschlossenes Handeln zum Wohle der Stadt

Desolate Haushaltslage, einzige Rhein-Sieg-Kreis-Gemeinde mit negativem Gewerbesaldo, schwindende Attraktivität der Innenstadt: Bad Honnef steht vor schwierigen Aufgaben und muss dringend handeln, um den Anschluss nicht zu verpassen. Das stellte der parteilose Bürgermeisterkandidat Otto Neuhoff am vergangenen Donnerstag (15. Mai) bei seiner zweiten Veranstaltung der Reihe „Bügermeisterkandidat im Dialog“, diesmal am Markt 1 in Aegidienberg, vor 32 interessierten Bürgern klar. Begleitet wurde Neuhoff von Martina Ihrig, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP, die gekonnt durch den Abend moderierte.

 

Bürgermeister muss Stadt-Manager sein

Politik, Verwaltung und Bürger müssten an einem Strang ziehen. Ein lebendiger Austausch sei wichtig, doch dieser müsse endlich in konkreten Entscheidungen münden. Dafür brauche die Stadt einen erfahrenen Manager mit zielgerichtetem Weitblick und klarem Kurs. „Ein Bürgermeister muss von Personalführung und Organisation sehr viel verstehen, mit meiner 25-jährigen Führungserfahrung bei der Telekom bin ich dafür bestens gerüstet“, so Neuhoff. Für die Umsetzung brauche er ein kompetentes Team, bei dem jedes Teamitglied entsprechend seiner Fähigkeiten an der richtigen Stelle zum Einsatz kommt.

„So fehlt zum Beispiel ein erfahrener Wirtschaftsförderer, der Bestandspflege betreibt und mit den Unternehmen im Gespräch bleibt.“ Damit nicht noch mehr Firmen und Einrichtungen, wie TX Logistik, das Katholisch-Soziale Institut oder die Deutsche Akademie für Internationale Zusammenarbeit, Bad Honnef den Rücken kehren. Insbesondere die Gewerbegebiete in Aegidienberg bieten laut Neuhoff noch viel Potenzial, das es zu erschließen gilt.

Doch bisher verfüge die Stadt über keinerlei Konzept, Rat und Verwaltung arbeiteten vielmehr mit der Feuerlöschertaktik: „So erzielt man irgendwelche Ergebnisse, aber keine guten.“ Der Bürgermeister sei das zentrale Bindeglied zwischen Rat und Verwaltung, der sich dafür einsetzen müsse, dass der Rat die richtigen Entscheidungen treffe, zum Wohle der Stadt. „Mir geht’s ums Gemeinwohl, und nicht darum, welche Partei sich am besten in Szene setzen kann“, so der parteilose 55-Jährige.

 

Bürgerengagement verstärken und anerkennen

Neuhoffs deutliche Worte kamen bei den Aegidienbergern gut an. Denn für viele von ihnen sitzt die Verwaltung auf einem zu hohen Ross und versteht sich nicht mehr als Dienerin der Bürger. Neuhoff betonte jedoch, dass auch die Bürger eine Mitverantwortung für die Entwicklung ihrer Stadt tragen. Bürgerengagement, insbesondere vor dem Hintergrund der schlechten Finanzlage von Bad Honnef, sei nach wie vor wichtig und nötig. Die Stadt müsse daher das Bürgerengagement stärken.

Dies ist für den heimatverbundenen Neuhoff, unter anderem Vorsitzender der Tisch-Tennis-Freunde (TTF) Bad Honnef und Gründungsmitglied des Stadtjugendrings, eine Herzensangelegenheit. „Ein solcher Bürgereinsatz sollte endlich die Wertschätzung seitens der Stadt erfahren, die er verdient. Es ist eine Frage des Respekts, wie mit Vereinen und ehrenamtlicher Arbeit umgegangen wird. Denn Vereinsarbeit ist Jugendarbeit.“

 

Neuhoff sieht „Lösung der kleinen Schritte“ für Aegidienberg

Die Aegidienberger wissen, was Bürgerengagement bedeutet, schließlich haben sie ihr Bürgerhaus in Eigeninitiative gebaut. Doch in vielen Fragen fühlen sie sich von der Stadt nach wie vor alleine gelassen und als Bad Honnefer zweiter Klasse. So betonte eine Bürgerin, dass es in Aegidienberg, wo viele Familien mit Kindern leben, keine erweiterte Schule gebe. Auch die Verkehrsanbindung ins Tal sei schlecht, die Anschlussverbindung von Bus und Bahn sei nicht gegeben.

Auch Otto Neuhoff sieht Handlungsbedarf. Schließlich liege Bad Honnef nicht nur im Tal, sondern auch „op de Hüh“.„Ich glaube aber angesichts der städtischen Finanzlage nicht an die große Lösung, sondern an einen Weg der kleinen Schritte, für den wir nach wie vor das Engagement der Bürger brauchen“, erklärte Neuhoff.“ Er will dabei vor allem erreichen, dass sich Berg und Tal sich als gleichberechtigte Bad Honnefer fühlen. „Vielleicht lässt sich ja ein Berg-Tal-Fest als feste Institution etablieren.“

Es stehen also viele Entscheidungen an. Entscheiden müssen sich auch die Bürger – ob sie Otto Neuhoff am 25. Mai ihre Stimme geben.

 

ZUR PERSON

Der 55-jährige Otto Neuhoff stammt aus einer alteingesessenen Bad Honnefer Familie und ist mit der Stadt nicht zuletzt durch sein ehrenamtliches Engagement eng verwurzelt. Er ist seit 24 Jahren Vorsitzender der Tisch-Tennis-Freunde (TTF) Bad Honnef, war Gründungsmitglied des Stadtjugendrings und viele Jahre als Jugendleiter in der Katholischen Jugend tätig. Neuhoff ist Volljurist und verfügt über Zusatzqualifikationen zum PR-Manager und Systemischen Berater. Als Geschäftsführer leitet er seit mehr als zehn Jahren Tochterunternehmen der Deutschen Telekom und hat seit 25 Jahren Führungsverantwortung in verschiedenen Unternehmen des Telekommunikationskonzerns. Nebenberuflich ist er als Berater und Coach tätig. Er ist verheiratet mit Gerlinde Neuhoff, hat drei Kinder (zwei Töchter, einen Sohn) und seit kurzem auch einen Enkelsohn. Neuhoff ist zudem begeisterter Sportler und Musiker (Gründer und Bandleader von „Bäd Honnef“).

Text: Sabine Wygas, freie Journalistin, www.rhein-schrift.de

 

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Otto Neuhoff im Dialog:
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