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Apr

Otto Neuhoff, der unabhängige Bürgermeisterkandidat in Bad Honnef, hat sich in Ochtrup über das dortige Factory Outlet Center (FOC) informiert. Das FOC Ochtrup soll Vorbild für das in Königswinter geplante FOC sein und von demselben Projektentwickler, Ulrich Nordhorn, entwickelt werden. Im Vordergrund des Besuchs standen die Auswirkungen des FOC auf das Geschäftsleben am Ort und in den Nachbargemeinden. Dazu trafen sich der Bürgermeisterkandidat, Martina Ihrig, Horst Mirbach (beide FDP) und Burghardt Hoffmeister und Klaus Wegner (Bündnis 90 / Die Grünen) mit Politikern und Geschäftsleuten aus der Nachbarstadt des FOC in Gronau und in Ochtrup.

ochtrupp_02Ausführliche Gespräche mit den Kaufleuten in Ochtrup wie in der Nachbargemeinde Gronau ergaben, dass der wesentliche Wettbewerbsfaktor das Internet mit seinen Bestellmöglichkeiten sei. Insbesondere junge Mode hätte Gronau verlassen, weil die Innenstadt zu wenig Eventcharakter bot. Als Ursache sieht er nicht allein das FOC. Für den vom FOC besonders betroffenen Textilbereich (ca. 70 % im FOC) betont TextilunternehmerHuesmann: „Schon von meinem Großvater habe ich gelernt, dass, wer sich nicht bewegt, bewegt wird.“ Er bietet in dritter Generation in mehreren Fachgeschäften besonderen Service für spezielle Zielgruppen, z.B. 30 plus, an. Dies tut er in klarer Abgrenzung zum FOC. „Ich muss in besonderem Maße flexibel den Markt beobachten und darauf mein Angebot ausrichten. Mit oder ohne FOC.“

 

Das FOC bietet tatsächlich nur die dort zulässige Ware an, insbesondere solche, die dem Fachhandel zuvor bereits mindestens drei Monate zum Verkauf zur Verfügung gestanden hat. Hier hat es aber seit Bestehen des FOC keine wesentlichen Verstöße gegeben sowie ggf. unverzügliche Korrekturen.

 

Die Geschäftsleute beider Städte betonen, dass sämtliche Wettbewerber – Internet, andere Fachgeschäfte, Discounter und FOC – im Blick gehalten, Nischen gesucht und im übrigen darauf geachtet werden muss, dass unfaire Konkurrenz vom Fachhandel nicht hingenommen wird und zur Auslistung führe. Fazit der Gesprächspartner: Man kann mit dem FOC leben, man muss nur so wach und aktiv sein, wie es der allgemeine Wettbewerb ohnehin erfordert. Die Gronauer analysierten ferner, dass die Schließung des Hertie-Kaufhauses für die Stadt gravierendere Folgen hatte als das FOC in der Nachbarstadt Ochtrup.

 

Sollte das FOC also tatsächlich nach Königswinter kommen, muss Bad Honnef gerüstet sein. Aber nicht nur dann. Als Bürgermeister will Otto Neuhoff das Thema FOC stets im Blick haben und die nötige Unterstützung geben. „Das gerade beschlossene Integrative Stadtentwicklungskonzept muss darauf ausgerichtet sein, dass wir die Innenstadt attraktiv gestalten, so dass die Honnefer und ihre Gäste hier gern einkaufen, das reichhaltige gastronomische Angebot sowie die Umgebung mit ihren besonderen landschaftlichen Reizen zur Erholung nutzen. Nicht umsonst hat Ulrich Nordhorn betont, dass Bad Honnef als Nachbarstadt eines FOC in Königswinter profitieren könnte, wenn es interessante sich abgrenzende Verkaufsangebote schafft. Das kann z.B. den Tagungstourismus in unserer Stadt wesentlich fördern. Davon profitiert dann wiederum der in Bad Honnef ansässige Einzelhandel, wenn er die Herausforderung annimmt. Wir brauchen eine Wirtschaftsförderung, die die Neuansiedlung von Gewerbe und Dienstleitung maßgeblich unterstützt. Dabei will ich mich insbesondere dafür einsetzen, dass Verwaltung mit der Politik und dem Bürger an einem Strang – insbesondere, wenn es um Investitionen, z.B. am Saynschen Hof geht – ziehen.“ Letzteres hatten die Gronauer im Streit um die Ansiedlung eines FOC nicht auf der Agenda. Neuhoff betont weiter: “Aus dem Streit um das FOC in Ochtrup und Gronau dürfen wir in Bad Honnef/Königswinter lernen, dass nur eine gemeinsame regionale Entwicklung zielführend sein kann. Jede der beiden Städte hat ihre Vorzüge, die es gemeinsam in die Region einzubringen gilt.“

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